Phantomspeisung

Veröffentlicht am 13. März 2026
aktualisiert am 13. März 2026

Definition

Phantomspeisung (englisch: Phantom Power) ist eine Gleichspannung von 48 Volt, die über das Mikrofonkabel an das Mikrofon geliefert wird, um dessen aktive Elektronik zu versorgen. Sie wird von Kondensatormikrofonen benötigt, die ohne externe Stromversorgung kein Signal erzeugen können. Die Phantomspeisung wird vom Audio-Interface, Mischpult oder externen Preamp bereitgestellt – meist über einen Schalter, der mit +48V oder P48 beschriftet ist.

Warum Phantomspeisung heisst

Der Name kommt daher, dass die Versorgungsspannung für das Mikrofon unsichtbar mitgeliefert wird – über dieselben beiden Signaladern des XLR-Kabels, die auch das Audiosignal transportieren. Da die Spannung auf beiden Adern identisch ist (symmetrisch), hebt sie sich am Ausgang des Mikrofons gegenseitig auf und beeinflusst das Audiosignal nicht. Für das Signal ist die Stromversorgung also nicht wahrnehmbar – ein Phantom.

Welche Mikrofone brauchen Phantomspeisung?

Kondensatormikrofone – sowohl Grossmembran als auch Kleinmembran – benötigen fast immer 48-V-Phantomspeisung. Ausnahmen sind Elektret-Kondensatormikrofone mit interner Batterie. Aktive Bändchenmikrofone (z. B. Royer R-122, AEA N22) benötigen ebenfalls Phantomspeisung für ihre eingebaute Verstärkerschaltung. Dynamische Mikrofone brauchen keine Phantomspeisung – sie ignorieren sie in der Regel, da sie symmetrisch aufgebaut sind und die Gleichspannung sich aufhebt.

Wann ist Phantomspeisung gefährlich?

Passive Bändchenmikrofone können durch Phantomspeisung beschädigt werden – insbesondere wenn sie über ein unsymmetrisches Kabel oder einen defekten Stecker angeschlossen werden, sodass die Gleichspannung asymmetrisch auf das empfindliche Bändchen gelangt. Deshalb gilt: Phantomspeisung niemals einschalten, wenn passive Bändchenmikrofone angeschlossen sind. Auch beim Ein- und Ausschalten der Phantomspeisung können kurzzeitige Spannungsspitzen entstehen – deshalb solltest du die Monitore oder Kopfhörer vorher stummschalten, um laute Knackser zu vermeiden.

Praxistipps

Schalte Phantomspeisung immer vor dem Aktivieren der Monitore ein und nach dem Stummschalten aus. An Mischpulten mit kanalweise schaltbarer Phantomspeisung kannst du sie gezielt nur für die Kondensatormikrofon-Kanäle aktivieren. Bei Audio-Interfaces mit nur einem globalen 48V-Schalter ist das nicht möglich – in diesem Fall sollten keine passiven Bändchenmikrofone gleichzeitig angeschlossen sein. Und: Wenn ein Kondensatormikrofon kein Signal liefert, prüfe als Erstes, ob die Phantomspeisung aktiviert ist – das ist die häufigste Ursache.

Über den Author

Janosch Rittmüller ist vielseitiger Tontechniker, Musiker und Musikproduzent im Faceline Tonstudio. Seine musikalische Reise begann früh unter dem Einfluss seines Vaters. Nach seinem Studium an der SAE in München, hat er sich auf Tontechnik spezialisiert und engagiert sich auch in Webdesign und Videoproduktion. Janosch liebt es, neue Talente zu entdecken und gemeinsam kreative Projekte zu verwirklichen. Kontaktiere ihn im Faceline Tonstudio für Fragen oder Kooperationen

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