Songs auf Spotify hochladen: Anleitung mit Distributoren-Vergleich

Veröffentlicht am 25. Juni 2023
aktualisiert am 16. März 2026
Songs auf Spotify hochladen – Anleitung mit Distributoren-Vergleich

Songs auf Spotify hochladen funktioniert nicht direkt – du kannst dich nicht bei Spotify einloggen und eine Datei hochladen. Stattdessen brauchst du einen Musik-Distributor: einen Dienst, der deine Musik an Spotify und andere Streaming-Plattformen (Apple Music, Amazon Music, Tidal, Deezer, YouTube Music, TikTok) weiterleitet. Der Distributor ist dein Vermittler – er kümmert sich um die technische Übergabe und die Abrechnung der Streaming-Einnahmen.

Dieser Guide erklärt, was du brauchst, welchen Distributor du wählen solltest und wie der Upload-Prozess Schritt für Schritt abläuft.

Warum du einen Distributor brauchst

Spotify akzeptiert keine direkten Uploads von Künstlern. Jeder Song, den du auf Spotify hörst, wurde über einen Distributor oder ein Label eingereicht. Als unabhängiger Musiker ohne Label ist ein Distributor dein einziger Weg auf die Plattform.

Der Distributor übernimmt dabei mehrere Aufgaben: Er liefert deine Audiodatei und Metadaten an die Streaming-Plattformen, generiert einen ISRC-Code (eine eindeutige Kennung für jede Aufnahme), verteilt dein Release an alle Plattformen gleichzeitig und leitet deine Streaming-Einnahmen an dich weiter. Bei den meisten Distributoren behältst du 100 % deiner Rechte.

Was du brauchst, bevor du hochlädst

Bevor du deinen Song bei einem Distributor einreichst, sollten folgende Dinge stehen:

Fertiger, gemasterter Song. Der Song muss fertig gemischt und gemastert sein. Streaming-Plattformen erwarten professionelle Audioqualität. Wenn du noch keinen fertigen Master hast, hilft unser Online-Mixing und Mastering Service.

Audio-Datei im richtigen Format. WAV oder FLAC, 16 Bit / 44.1 kHz als Minimum (das entspricht CD-Qualität). Viele Distributoren akzeptieren auch 24 Bit / 48 kHz. Kein MP3 – die Distributoren konvertieren selbst in die von den Plattformen benötigten Formate.

Cover-Artwork. Quadratisch, mindestens 3000 × 3000 Pixel, als JPEG oder PNG. Kein Text, der zu klein zum Lesen ist. Keine Logos oder Markenzeichen anderer Unternehmen (Spotify, Apple etc.). Keine Bilder mit niedriger Auflösung – das Cover wird auf der Plattform neben professionellen Releases angezeigt.

Metadaten. Songtitel, Künstlername (exakt so, wie er auf allen Plattformen erscheinen soll), Genre, Erscheinungsdatum, Sprache des Songtexts, und ob der Song explizite Inhalte enthält. Falls es Co-Autoren oder Feature-Gäste gibt: deren Namen und Rollen.

ISRC-Code. Die meisten Distributoren generieren diesen automatisch. Falls du bereits einen ISRC für deinen Song hast (z. B. von einem früheren Release), trage ihn manuell ein, um doppelte Einträge zu vermeiden.

💡 Praxis-Tipp

Entscheide dich für einen einzigen Distributoren. Wenn du denselben Song über zwei verschiedene Distributoren einreichst, erscheint er doppelt auf Spotify – das führt zu Problemen mit deinem Künstlerprofil und den Streaming-Statistiken.

Musikdistributoren vergleichen – DistroKid, TuneCore, CD Baby

Distributoren im Vergleich

Es gibt dutzende Distributoren. Die vier relevantesten für unabhängige Musiker sind DistroKid, TuneCore, CD Baby und RouteNote. Hier ein Vergleich nach den Kriterien, die in der Praxis am meisten zählen:

DistroKid

Jahresgebühr ab ca. 23 $ (Musician-Plan), unbegrenzte Uploads, du behältst 100 % der Einnahmen. Schnellste Auslieferung (1–5 Werktage, oft 24–48 Stunden bei Spotify). Einfachste Oberfläche, ideal für Künstler, die regelmäßig releasen. Nachteil: Wenn du das Abo nicht verlängerst, werden deine Songs von den Plattformen entfernt. Für eine Einmalzahlung von 29 $ pro Single (Leave a Legacy) bleiben sie dauerhaft online. Extras wie YouTube Content ID kosten zusätzlich.

TuneCore

Jahresgebühr ab ca. 15 $ (Rising Artist) bis 50 $ (Professional), unbegrenzte Uploads, 100 % Einnahmen. Bietet zusätzlich Publishing Administration (Verwertungsrechte-Verwaltung) und Sync-Licensing-Möglichkeiten. Etwas umfangreichere Tools als DistroKid, dafür komplexer. Gehört zu Believe (französisches Musikunternehmen). Gute Wahl, wenn du neben Distribution auch Publishing-Services nutzen willst.

CD Baby

Einmalzahlung pro Release: ca. 10 $ pro Single, 30 $ pro Album. Dafür 9 % Provision auf deine Einnahmen. Vorteil: Deine Musik bleibt dauerhaft online, kein Abo nötig. CD Baby Pro (ca. 30 $/Single, 70 $/Album) enthält zusätzlich Publishing Administration. Gut für Künstler, die selten releasen und sich nicht um jährliche Verlängerungen kümmern wollen.

RouteNote

Kostenloser Plan mit 15 % Provision auf die Einnahmen – ideal für den Einstieg ohne Budget. Premium-Plan für eine Jahresgebühr, bei dem du 100 % behältst. Guter Einstieg für Anfänger, die erst testen wollen, bevor sie Geld investieren.

🎯 Welcher Distributor für wen?

Regelmäßige Releases, einfach und schnell → DistroKid. Publishing + Distribution aus einer Hand → TuneCore. Seltene Releases, kein Abo → CD Baby. Kein Budget zum Start → RouteNote (Free-Plan). Alle genannten Distributoren liefern an Spotify, Apple Music, Amazon, Tidal, Deezer, YouTube Music, TikTok und viele weitere Plattformen.

So lädst du deinen Song hoch – Schritt für Schritt

Der Upload-Prozess ist bei allen Distributoren ähnlich. Hier der typische Ablauf am Beispiel von DistroKid (bei TuneCore und CD Baby funktioniert es vergleichbar):

1. Konto erstellen. Registriere dich beim Distributor deiner Wahl, wähle deinen Plan und gib deine Zahlungsinformationen ein. Bei DistroKid und TuneCore zahlst du die Jahresgebühr sofort, bei CD Baby pro Release.

2. Song hochladen. Lade deine WAV- oder FLAC-Datei hoch. Falls du mehrere Songs (EP, Album) hochlädst, lade alle Dateien in der richtigen Reihenfolge hoch.

3. Metadaten eingeben. Songtitel, Künstlername, Genre, Sprache, Release-Datum, explizite Inhalte (ja/nein). Bei Features: den Gastkünstler mit Rolle angeben. Den Songtitel exakt so schreiben, wie er auf Spotify erscheinen soll – inklusive Groß-/Kleinschreibung.

4. Cover-Artwork hochladen. Dein quadratisches Cover (3000 × 3000 px, JPEG oder PNG). Die meisten Distributoren prüfen das Artwork auf Qualität und Richtlinien – vermeide verschwommene Bilder, fremde Logos und zu kleinen Text.

5. Plattformen auswählen. Standardmäßig wird dein Song an alle verfügbaren Plattformen geliefert. Du kannst einzelne Plattformen abwählen, wenn du das aus irgendeinem Grund möchtest – in der Praxis ist das selten nötig.

6. Release-Datum festlegen. Du kannst ein Datum in der Zukunft wählen (empfohlen: mindestens 3–4 Wochen ab Upload) oder sofort veröffentlichen. Ein geplantes Release-Datum gibt dir Zeit für Promotion und ermöglicht das Pitchen an Spotify-Playlisten (dazu gleich mehr).

7. Absenden und warten. Der Distributor prüft dein Release (Qualitätskontrolle, Metadaten, Artwork) und liefert es an die Plattformen. Bei DistroKid dauert das 1–5 Werktage, bei TuneCore 2–5 Werktage, bei CD Baby 3–7 Werktage.

Zeitplanung: Wann einreichen?

Reiche deinen Song mindestens 3–4 Wochen vor dem gewünschten Release-Datum ein. Das hat zwei Gründe:

Spotify Editorial Playlist Pitching. Sobald dein Release bei Spotify eingereicht ist und ein zukünftiges Release-Datum hat, kannst du über Spotify for Artists einen Playlist-Pitch einreichen. Das ist deine Chance, von Spotifys Redaktionsteam in kuratierte Playlisten aufgenommen zu werden. Pitches müssen mindestens 7 Tage vor Release eingereicht werden – idealerweise 2–3 Wochen vorher.

Pufferzeit für Probleme. Manchmal wird ein Release abgelehnt – wegen eines Artwork-Fehlers, einer Metadaten-Unstimmigkeit oder eines technischen Problems. Wenn du 4 Wochen Vorlauf hast, kannst du Fehler korrigieren, ohne deinen Release-Termin zu gefährden.

💡 Praxis-Tipp

Veröffentliche am Freitag. Die meisten Releases weltweit erscheinen freitags – das ist der Tag, an dem Spotify seine Playlisten aktualisiert (Release Radar, New Music Friday). Dein Release hat am Freitag die größte Chance, in algorithmische Playlisten aufgenommen zu werden.

Nach dem Release: Spotify for Artists

Sobald dein Song auf Spotify live ist, richte dir Spotify for Artists ein – das ist Spotifys kostenloses Dashboard für Künstler. Darüber kannst du dein Profil bearbeiten (Biografie, Profilbild, Header-Bild, Artist Pick), Streaming-Statistiken einsehen (Streams pro Song, Hörer-Demografie, Playlist-Platzierungen) und – am wichtigsten – zukünftige Releases an Spotify-Playlisten pitchen.

Dein Distributor beantragt in der Regel automatisch die Verifizierung deines Künstlerprofils auf Spotify (der blaue Haken). Falls nicht, kannst du das manuell über Spotify for Artists beantragen.

Neben Spotify solltest du auch Apple Music for Artists und YouTube Studio einrichten – dort bekommst du ähnliche Statistiken und Verwaltungstools für deine Releases auf den jeweiligen Plattformen.

Falls dein Song noch nicht veröffentlichungsreif ist – die Aufnahme steht, aber Mixing und Mastering fehlen – hilft dir unser Online-Mixing und Mastering Service. Und wenn du den Song von Anfang an professionell produzieren lassen willst, findest du auf unserer Seite zum Song produzieren lassen alle Infos. Schreib uns – wir besprechen, wo du stehst und was du brauchst.

Häufige Fragen

Kann ich Songs direkt auf Spotify hochladen?

Nein. Du brauchst einen Musik-Distributor (z. B. DistroKid, TuneCore, CD Baby), der deinen Song an Spotify weiterleitet. Spotify hat 2019 ein Beta-Programm für direkte Uploads eingestellt – seitdem geht es nur noch über Distributoren.

Was kostet es, einen Song auf Spotify zu veröffentlichen?

Spotify selbst ist kostenlos – die Kosten entstehen beim Distributor. DistroKid kostet ab ca. 23 $/Jahr (unbegrenzte Songs), TuneCore ab ca. 15 $/Jahr, CD Baby ca. 10 $ einmalig pro Single. RouteNote bietet einen kostenlosen Plan mit 15 % Provision.

Wie lange dauert es, bis mein Song auf Spotify erscheint?

Nach dem Upload beim Distributor: 1–7 Werktage, je nach Distributor. DistroKid ist am schnellsten (oft 24–48 Stunden). Plane trotzdem mindestens 3–4 Wochen Vorlauf ein, um Playlist-Pitching und Promotion nutzen zu können.

In welchem Format muss mein Song sein?

WAV oder FLAC, mindestens 16 Bit / 44.1 kHz (CD-Qualität). Kein MP3. Das Cover-Artwork muss 3000 × 3000 Pixel groß sein, als JPEG oder PNG.

Wie viel verdiene ich pro Stream auf Spotify?

Spotify zahlt im Durchschnitt zwischen 0,003 und 0,005 € pro Stream. Das variiert je nach Land des Hörers, Abo-Typ (Free vs. Premium) und Gesamtzahl der Streams auf der Plattform. Für 1.000 Streams erhältst du also ca. 3–5 €. Die Einnahmen werden über deinen Distributor an dich ausgezahlt.

Muss mein Song gemastert sein, um ihn hochzuladen?

Technisch kann jede Audiodatei im richtigen Format hochgeladen werden. Aber ein ungemasterter Song wird neben professionellen Releases auf Spotify deutlich leiser und weniger poliert klingen. Mastering bringt deinen Song auf den Loudness-Standard der Plattform (-14 LUFS) und sorgt dafür, dass er auf allen Wiedergabegeräten gut klingt. Wenn du noch kein Mastering hast, findest du bei uns Stereo-Mastering ab 39 € pro Song.

Über den Author

Janosch Rittmüller ist vielseitiger Tontechniker, Musiker und Musikproduzent im Faceline Tonstudio. Seine musikalische Reise begann früh unter dem Einfluss seines Vaters. Nach seinem Studium an der SAE in München, hat er sich auf Tontechnik spezialisiert und engagiert sich auch in Webdesign und Videoproduktion. Janosch liebt es, neue Talente zu entdecken und gemeinsam kreative Projekte zu verwirklichen. Kontaktiere ihn im Faceline Tonstudio für Fragen oder Kooperationen

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